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:: Einleitung
In den letzten drei Jahrzehnten ist die Insektenmasse massiv zurückgegangen, und mit ihr verschwinden auch die Vogelbestände in erschreckendem Tempo. Viele Gärten, Landschaften, aber auch Firmengelände und öffentliche Grünflächen sind ökologisch leer gefegt. Kurzgeschorener Rasen, Schotterwüsten, ausgeräumte Felder, exotische oder gar invasive Zierpflanzen ohne Nahrungswert. Für Vögel, Insekten, Amphibien und Kleinsäuger bleiben kaum Lebensräume übrig.

Ob einheimische Wildblumen auf der Fensterbank, eine naturnahe Ecke im Garten, begrünte Flächen am Arbeitsplatz, strukturreiche Landschaftselemente in Feld und Flur oder das Engagement in lokalen Naturschutzprojekten, jede Handlung zählt. Gemäß dem Motto denke global, handle lokal schaffen bereits kleine Maßnahmen wertvolle Lebensräume und erhöhen die Biodiversität von Oase zu Oase, als Teil eines großen Netzwerkes.

Dabei brauchen Vögel mehr als klinisch reine Gärten. Sie brauchen Nahrung zu jeder Jahreszeit, eine Wasserstelle zum Trinken und Baden, Schutz vor Wind und Wetter, sichere Schlafplätze und im Frühjahr vor allem eines, nämlich geeignete Nistmöglichkeiten und massenhaft Insekten, um ihre Jungen großzuziehen. Gärten müssen neu gedacht werden als Miniatur-Oasen mit vielfältigen Strukturen. Totholzhaufen bieten Unterschlupf, Moose schaffen Mikroklima, kleine Teiche dienen als Tränke und Laichgewässer, Feucht- und Trockenwiesen locken Insekten an. Obstbäume und Wildgehölze liefern Nahrung und Brutplätze.

Solche naturnahen Elemente verwandeln selbst kleine Flächen in funktionierende Lebensräume „Ungestört nisten" lädt ein zum Perspektivwechsel. Wie sieht unsere Umgebung aus der Sicht eines Vogels aus? Und was können wir tun?
:: Die Krefelder Studie
Die Krefelder Studie aus dem Jahr 2017 hat weltweit Aufsehen erregt. Sie zeigte einen starken Rückgang der Insektenbiomasse in deutschen Naturschutzgebieten. Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zu Ergebnissen, Ursachen und aktuellen Entwicklungen (Stand: Februar 2026). Dieser Artikel basiert auf der Originalpublikation und neueren Folgestudien.

Was ist die Krefelder Studie?

Die Krefelder Studie mit dem Titel "More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas" wurde 2017 in PLOS ONE veröffentlicht. Sie entstand durch den Entomologischen Verein Krefeld und die Radboud University Nijmegen. Über 27 Jahre hinweg (1989–2016) wurden Daten aus 63 Naturschutzgebieten gesammelt. Gemessen wurde die Biomasse flugaktiver Insekten, also ihr Gesamtgewicht.

Welche Hauptergebnisse hat die Studie ergeben?

Die Studie zeigte einen Rückgang der Insektenbiomasse von 76,7 % über die gesamte Saison und bis zu 82 % im Hochsommer. Die jährliche Abnahme lag bei etwa 6,1 %. Insgesamt wurden 53,54 kg Insektenbiomasse gesammelt, was Millionen Individuen entspricht. Der Rückgang trat unabhängig vom Landschaftstyp auf und weist auf großflächige Ursachen hin.

Was sind die Ursachen für den Insektenrückgang?

Die Studie nennt keine einzelne Ursache, sondern beschreibt eine Kombination aus intensiver Landwirtschaft, Pestiziden, Habitatverlust, Urbanisierung, Klimawandel und Lichtverschmutzung. Neue Analysen zeigen zusätzlich die Bedeutung von Wetterextremen.

In Grasland‑Ökosystemen gehen über 90 % des Biomasseverlusts auf Artenverluste zurück, verstärkt durch hohe Landnutzungsintensität und geringe Pflanzendiversität.

Was bedeutet der Insektenrückgang?

Insekten sind wichtig für Bestäubung, Nahrungsketten und Bodenfruchtbarkeit. Ihr Rückgang gefährdet Biodiversität, Landwirtschaft und ganze Ökosysteme. Wenn solche Systeme instabil werden oder zusammenbrechen, steigt auch das Risiko für Menschen etwa durch geringere Ernten, weniger sauberes Wasser und das Ausfallen natürlicher Prozesse, auf die wir täglich angewiesen sind. Besonders betroffen sind Tiere, die stark von Insekten leben, wie viele Vogelarten. Sie finden weniger Futter für sich und ihren Nachwuchs.



Modellierte relative Biomasse in Dreijahresschritten, ausgehend von 100% im Jahr 1989. Die Werte beruhen auf dem in Hallmann et al. geschätzten jährlichen Rückgang von 6,1% und zeigen daher eine exponentielle Entwicklung. Daraus ergibt sich für 2016 eine verbleibende Biomasse von rund 18%, entsprechend einem Rückgang von etwa 82%. Dieser Wert entspricht näherungsweise der für den Hochsommer geschätzten Abnahme. Für den saisonal gewichteten Zeitraum von April bis Oktober ergab die Studie einen Rückgang von rund 76,7%

Quelle: https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0185809







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